Neues Deutschland: Eine zweite Amtszeit für Köhler?


Dienstag, 25.03.2008

Berlin (ots) - Drei Viertel der Deutschen wünschen sich angeblich
eine zweite Amtszeit von Bundespräsident Horst Köhler. Wer's
glaubt... Ein bisschen mehr oder weniger Sympathie - das ist
vermutlich alles, was ein deutsches Staatsoberhaupt je bei seinen
Bürgern hinterlassen kann. Und ob es nun wirklich mutig ist, wenn der
Präsident Gesetze, die ihm zur Absegnung vorgelegt werden,
misstrauisch beäugt, weil das Amt dies von ihm verlangt und
missratene Gesetze allmählich zum Standard deutscher Gesetzgebung zu
werden scheinen, sei ebenfalls dahingestellt.
Aufschlussreicher ist schon das in wohlgesetzter (Guido Westerwelle)
bis gestelzter (Kurt Beck) Rede von politischer Seite über Köhler
geäußerte Urteil. Da kommen - außer von Köhler selbst - die Wünsche
nach einer zweiten Amtszeit her, nicht vom Dreiviertelbürger. Und
dieses Lob sollte eher Befremden wecken. Denn Köhler hat seine
Vorgänger allenfalls in einem Punkt übertroffen - in der ungenierten
Einmischung durch Ratschläge zum politischen Tagesgeschäft. Dabei
handelte es sich häufig genug um Plädoyers für den radikalen Markt.
Auch wenn Köhler seine Bekenntnisse ab und an mit einem Lamento über
die Folgen dieses Marktes vernebelt - ein Grund ihn zu mögen, ist das
nicht. Und die Politiker, die voll des Lobes über ihn sind, auch
nicht.

Originaltext: Neues Deutschland
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