Höchster Anstieg der Tarifverdienste seit zwölf Jahren


Dienstag, 29.04.2008

Wiesbaden (ots) - Wie das Statistische Bundesamt (Destatis)
mitteilt, erhöhten sich die Tarifverdienste der Angestellten und
Arbeiter in Deutschland im Januar 2008 um 3,3% gegenüber dem
Vorjahresmonat. Das ist der höchste Anstieg für die Angestellten seit
April 1996 und für die Arbeiter seit Juli 1996.

Zum Vergleich: Die Verbraucherpreise in Deutschland stiegen im
Januar 2008 gegenüber Januar 2007 um 2,8%.

Die höchsten durchschnittlichen Tarifsteigerungen gab es im
öffentlichen Dienst. Der seit April 2005 erstmalige Anstieg war dabei
durch verschiedene Entwicklungen bedingt: Zum einen erhalten alle
Tarifbeschäftigten beim Bund ab dem 1. Januar eine tabellenwirksame
Erhöhung von 50 Euro sowie eine prozentuale Erhöhung von 3,1%. Zum
anderen wurden in den neuen Bundesländern die unteren Entgeltgruppen
bei Bund, Ländern und Gemeinden auf Westniveau angehoben. Beides
führte dazu, dass die unteren Entgeltgruppen höhere prozentuale
Steigerungen verzeichnen als die oberen. Hinzu kam eine Erhöhung von
2,9% für die Tarifbeschäftigten der Länder im früheren Bundesgebiet
ab Januar 2008. Insgesamt führte dies bei den Angestellten im
öffentlichen Dienst zu einer durchschnittlichen Tariferhöhung von
4,4%. Da Arbeiter in den unteren Entgeltgruppen stärker vertreten
sind als Angestellte, betrug der Anstieg für diese
Beschäftigtengruppe sogar 5,5%.

Im Verarbeitenden Gewerbe stiegen die tariflichen Monatsgehälter
der Angestellten im Januar 2008 gegenüber dem Vorjahresmonat
durchschnittlich um 3,7%. Die einzelnen Branchen unterscheiden sich
dabei erheblich: Überdurchschnittliche Tariferhöhungen gab es für die
Angestellten unter anderem im Schiffsbau (+ 7,1%) und in der
Tabakverarbeitung (+ 4,5%), unterdurchschnittliche dagegen im
Textilgewerbe (+ 2,2%), im Ernährungsgewerbe (+ 2,1%) sowie im
Verlagsgewerbe (+ 1,7%).

Die tariflichen Stundenlöhne der Arbeiter verzeichneten im
Verarbeitenden Gewerbe überdurchschnittliche Zuwächse unter anderem
im Schiffsbau (+ 6,0%) und im Schienenfahrzeugbau (+ 5,7%),
unterdurchschnittliche im Ernährungsgewerbe (+ 2,4). Auch im
Baugewerbe lag der Zuwachs der Tariflöhne mit 2,5% unter der
durchschnittlichen Tarifentwicklung.

Eine methodische Kurzbeschreibung sowie zusätzliche Tabellen
bietet die Online-Fassung dieser Pressemitteilung unter
www.destatis.de.

Weitere Auskünfte gibt:
Markus Biermanski,
Telefon: (0611) 75-2407,
E-Mail: verdienste@destatis.de

Originaltext: Statistisches Bundesamt
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/32102
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_32102.rss2

Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:
Statistisches Bundesamt
Pressestelle
Telefon: (0611) 75-3444
E-Mail: presse@destatis.de