Größere TV-Programmvielfalt: Am Hochrhein und am südlichen Oberrhein wird im Juli auf DVB-T umgestellt


Montag, 23.04.2007

Stuttgart (ots) - Digitales Antennenfernsehen verbreitet ab 10.
Juli 2007 elf öffentlich-rechtliche Programme / Bessere Bild- und
Tonqualität / Umfasssender Infoservice zum Start

Nachdem der SWR und das ZDF im vergangenen Jahr im Großraum
Stuttgart, dem Raum Rhein-Neckar/Vorderpfalz und im Großraum
Kaiserslautern vom analogen auf das digitale Antennenfernsehen
umgerüstet haben, werden ab Juli 2007 auch die Fernsehzuschauer im
Südwesten Baden-Württembergs an den technischen Fortschritt
angeschlossen und via Antenne mit digitalen Fernsehsignalen versorgt.
Der neue Standard DVB-T (Digital Video Broadcasting - Terrestrial)
ermöglicht es, über die bisher genutzten Kanäle mehr Programme
auszustrahlen - in besserer Bild- und Tonqualität. Für die
Fernsehzuschauer in Teilgebieten entlang des Hochrheins, der
oberrheinischen Tiefebene (einschließlich Freiburg) und des mittleren
Schwarzwalds heißt das: Nach Kauf eines DVB-T-Empfangsgerätes, einer
so genannten Set-Top-Box, können sie ab 10. Juli über Zimmer- oder
Hausantenne elf statt wie bisher drei öffentlich-rechtliche
Fernsehprogramme empfangen: Das Erste, ZDF, Phoenix, ARTE, 3sat,
EinsPlus, die dritten Programme SWR Fernsehen, hr-fernsehen,
Bayerisches Fernsehen und WDR Fernsehen sowie im zeitlichen Wechsel
KI.KA und ZDFdokukanal. Zum Angebot gehört zudem der MHP-Datendienst
(Multimedia Home Platform) ZDFdigitext, der unter anderem
Programminformationen bietet. Die kommerziellen Sender beteiligen
sich im Südwesten zur Zeit nicht an DVB-T und sind deshalb nicht in
den Programmbouquets vertreten. Wer seine Fernsehprogramme bereits
über Kabel- oder Satellit empfängt, ist von der Umstellung nicht
betroffen. Auch für die Radiohörer ändert sich nichts.

Bei günstigen Bedingungen reicht zum Empfang der DVB-T-Signale
neben der Set-Top-Box oftmals eine Zimmerantenne für den Empfang aus.
Darüber hinaus bietet DVB-T den großen Vorteil, dass in den
Kernbereichen der Versorgungsgebiete ein portabler und teilweise
mobiler Empfang möglich ist. So können Fernsehprogramme auch mit
tragbaren Fernsehgeräten, DVB-T-Karten oder -Sticks für Laptop/PC und
in Zukunft auch auf Handhelds empfangen werden - zum Beispiel im
Garten, im Schwimmbad oder unterwegs. Auch Kabel- und
Satellitennutzer können für ihre Zweit- und Drittgeräte von dem neuen
digital-terrestrischen System profitieren.

Ab dem 10. Juli 2007 werden die Sender Hochrhein (ca. 5 Kilometer
nördlich von Bad Säckingen), Freiburg (Totenkopf auf dem Kaiserstuhl)
und Brandenkopf (ca. 6 Kilometer nördlich von Hausach) ausschließlich
digitale Programmsignale verbreiten. Zeitgleich endet an diesen drei
Grundnetzsendern, am Sender Freiburg/Stadt sowie an zahlreichen
Füllsendern die analog-terrestrische Verbreitung der Programme Das
Erste, ZDF und SWR Fernsehen. Für die Zuschauer heißt das: Wer im
Versorgungsgebiet wohnt und die Programme bisher über eine
herkömmliche Dach- oder Zimmerantenne empfängt, benötigt ab dem 10.
Juli zum TV-Empfang ein Zusatzgerät. Diese Set-Top-Box wird - wie ein
Videorekorder - zwischen Antenne und herkömmlichem Fernseher
angeschlossen und ist im Handel zu einem Preis ab ca. 50 Euro
erhältlich.

Der Südwestrundfunk (SWR) und das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF)
bieten einen umfassenden Informationsservice zum Start des digitalen
Antennenfernsehens an: Zuschauer können sich unter
wwww.ueberallfernsehen.de, unter www.swr.de/dvb-t oder unter
www.unternehmen.zdf.de im Internet über den Stand der Umstellung im
Südwesten informieren. Ab Mai finden sie dort auch ein Datentool, das
ihnen mittels eingegebener Postleitzahl die Empfangsmöglichkeiten von
DVB-T in ihrem Wohnort zeigt. Daneben sind ab 4. Juni montags bis
freitags von 11 Uhr bis 19 Uhr Anfragen über die Hotline 01803-929800
(9 ct/min) möglich. Auch im Videotext-Angebot des SWR Fernsehens ist
auf Seite 391 sowie im ZDFtext auf Seite 479 das Wichtigste
nachzulesen. In den SWR-Hörfunkprogrammen und im SWR Fernsehen wird
es begleitend Hintergrundberichte und Expertengespräche geben.
Ergänzend wird in den betroffenen Kanälen eine Laufschrift auf dem
Bildschirmen eingeblendet. Kundenberatungen bieten auch der
Elektrofachhandel und die Verbraucherverbände an.

Nachdem in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz im Jahr 2005 die
politischen Weichen für den Ausbau des digitalen Antennenfernsehens
gestellt worden sind, arbeiten ZDF, SWR, die Landesanstalt für
Kommunikation in Baden-Württemberg (LfK) und die Landeszentrale für
Medien und Kommunikation in Rheinland-Pfalz (LMK) sowie T-Systems als
Netzbetreiber bei der Einführung von DVB-T im Südwesten eng zusammen.
"DVB-T ist für uns mehr als ein rundfunkstaatlicher Auftrag, denn wir
möchten für alle Zuschauer sicherstellen, dass sie unsere
Fernsehprogramme digital empfangen können - ganz unabhängig vom
Vertriebsweg", beschreibt Manfred Königsberger, Leiter
Programmverbreitung und Sendertechnik beim SWR, die Herausforderung
des Projekts. Und Eckhard Matzel, Leiter der Programmverbreitung beim
ZDF, ergänzt: "Das Antennenfernsehen erlebt nach unseren bisherigen
bundesweiten Erfahrungen mit DVB-T eine Renaissance, denn der örtlich
ungebundene Empfang tritt neben den stationären und bietet den
Zuschauern neue Nutzungsmöglichkeiten."

Schrittweise wird der weitere Ausbau von DVB-T in
Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz erfolgen. Im Spätherbst 2007
werden in Baden-Württemberg die Sender an den Standorten Ulm,
Raichberg, Ravensburg, Donaueschingen und Baden-Baden sowie in
Rheinland-Pfalz die Sender an den Standorten Donnersberg und
Kettrichhof auf DVB-T umgestellt.
Bis Jahresende 2008 sollen nach den Vorstellungen von ARD und ZDF
etwa 90 Prozent der Haushalte in Deutschland über den
Dachantennenempfang mit DVB-T versorgt sein. Damit würde der vom
Gesetzgeber vorgeschriebene Endzeitpunkt für die Digitalisierung des
Rundfunks im Jahr 2010 deutlich unterschritten.

Ausführliche Hintergrundinformationen zu DVB-T sowie begriffliche
Erklärungen finden Sie im Internet unter www.ueberallfernsehen.de.

Fotos in Download-Qualität finden sich bei Suchworteingabe "DVB-T"
unter: www.ARD-foto.de

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Valentin Nann, Telefon
0711/929-1103, E-Mail: valentin.nann@swr.de.

Originaltext: SWR - Südwestrundfunk
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