Arbeitslosigkeit führte 2009 am häufigsten zur Überschuldung


Montag, 31.01.2011

Wiesbaden (ots) - Die Arbeitslosigkeit ist der häufigste Auslöser
für eine Überschuldungssituation bei Privatpersonen. Nach Angaben des
Statistischen Bundesamtes (Destatis) war im Jahr 2009 die
Arbeitslosigkeit bei 28% der von Schuldnerberatungsstellen betreuten
Personen der Hauptauslöser für die Überschuldung. 2008 war dieser
Anteil etwa gleich hoch.

Neben Arbeitslosigkeit führten auch andere Ereignisse wie zum
Beispiel Trennung, Scheidung sowie Tod des Partners oder der
Partnerin (zusammen 14%), Erkrankung oder Sucht (11%) zu kritischen
finanziellen Situationen. Eine unwirtschaftliche Haushaltsführung
(10%) und gescheiterte Selbständigkeit (9%) waren weitere wichtige
Hauptauslöser für die Überschuldung.

Im Jahr 2009 lebten 44% aller von den Schuldnerberatungsstellen
beratenen Personen allein. Besonders allein lebende Männer steckten
häufig in einer finanziellen Krise. Sie machten etwa 27% aller
beratenen Personen aus, während der Anteil der allein lebenden Männer
insgesamt an allen Haushalten nur bei 18% lag. Auch allein erziehende
Frauen waren überproportional von Überschuldung betroffen. Sie
zählten fast dreimal so häufig zur Klientel der
Schuldnerberatungsstellen (14%), als es ihrem Anteil an allen
Haushalten (5%) entsprach.

Die überschuldeten Personen hatten 2009 im Durchschnitt rund 35
000 Euro Schulden, davon entfielen 20 000 Euro oder 56% auf Schulden
gegenüber Banken, die somit die wichtigsten Gläubiger waren.

Bei mehr als der Hälfte der überschuldeten Personen (55%) lag 2009
das monatliche Nettoeinkommen unter 900 Euro und damit unter der
Pfändungsfreigrenze, die derzeit 990 Euro beträgt. Bei den
alleinstehenden Frauen und Männern mussten sogar 70% der
überschuldeten Personen mit einem Nettoeinkommen unter 900 Euro
auskommen. Nur rund 3% aller überschuldeten Personen hatten Einkünfte
von mehr als 2 000 Euro pro Monat. Zusammen mit den Einkünften der
übrigen Haushaltsmitglieder verfügten die beratenen Personen 2009
über ein monatliches Nettoeinkommen von durchschnittlich 1 144 Euro.
Davon wendeten sie 38% für das Wohnen auf, so dass für den übrigen
Lebensunterhalt durchschnittlich nur noch rund 705 Euro zur Verfügung
standen.

Diese Angaben beruhen auf einer Befragung von 236 der insgesamt
rund 950 Schuldnerberatungsstellen in Deutschland - sie stellten
anonymisierte Daten von rund 74 400 beratenen Personen mit deren
Einverständnis bereit. Die Teilnahme an dieser Statistik ist
freiwillig.

Weitere Ergebnisse und Erläuterungen finden Sie in einem
Tabellenband, der kostenlos im Publikationsservice des Statistischen
Bundesamtes unter www.destatis.de/publikationen, Suchwort:
"Überschuldung" abrufbar ist.

Weitere Auskünfte gibt:

Michael Ziebach, Telefon: (0611) 75-2811, www.destatis.de/kontakt

Originaltext: Statistisches Bundesamt
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