Wanderungen 2010: Deutlich mehr Personen nach Deutschland zugezogen


Montag, 09.05.2011

Wiesbaden (ots) - Im Jahr 2010 sind nach vorläufigen Ergebnissen
des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 798 000 Personen nach
Deutschland zugezogen. Das waren 77 000 Zuzüge mehr als 2009 (+ 11%).
Damit war die Zahl der Zuwanderer deutlich höher als in den letzten
fünf Jahren - zuletzt waren jährlich zwischen 660 000 und 720 000
Personen zugewandert. Im langjährigen Vergleich lag allerdings die
Zuwanderung im vereinten Deutschland bis 2002 mit jährlich über 800
000 Personen durchgehend höher als im Jahr 2010.

Von den 798 000 im Jahr 2010 Zugezogenen waren 684 000
ausländische Personen, das waren 77 000 (13%) mehr als im Jahr 2009.
Die Zahl der Zuzüge deutscher Personen ist dagegen mit rund 115 000
gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant geblieben. Diese Zahl enthält
die Zuzüge von Spätaussiedlern und von weiteren Deutschen, die zum
Beispiel aus dem Ausland zurückkehren.

Hauptherkunftsländer der Zugezogenen waren im Jahr 2010 Polen (126
000 Personen), Rumänien (75 000 Personen), Bulgarien (39 000
Personen) sowie Ungarn, die Türkei und die USA (mit jeweils 30 000
Personen). Am meisten zugenommen haben die Fortzüge aus Rumänien (+
18 000 Personen), Bulgarien (+ 11 000 Personen) und Serbien (+ 10 000
Personen).

671 000 Fortzüge aus Deutschland wurden 2010 verzeichnet, dies
waren 63 000 weniger als im Jahr 2009. Die Zahl der Fortzüge ins
Ausland reduzierte sich sowohl bei ausländischen Personen (- 49 000
auf 530 000 Personen) als auch bei deutschen Personen (- 14 000 auf
141 000 Personen). Für die letzten drei Jahre sind bei den Fortzügen
jedoch Sondereffekte zu berücksichtigen: Wegen der bundesweiten
Einführung der Steuer-Identifikationsnummer für jeden Bürger wurden
seit 2008 umfangreiche Bereinigungen der Melderegister vorgenommen,
die zu zahlreichen Abmeldungen von Amts wegen in den Melderegistern
führten. Diese Abmeldungen wurden den Statistischen Ämtern gemeldet
und flossen zum großen Teil in die Berechnung der Fortzüge mit ein.
In welchem Umfang die höheren Fortzugszahlen 2008 und 2009 auf die
Bereinigungen zurückzuführen waren und inwieweit die Ergebnisse 2010
beeinträchtigt sind, kann jedoch nicht quantifiziert werden. Das gilt
insbesondere für die Fortzugszahlen ausländischer Personen. Bei der
Abwanderung von Deutschen wird davon ausgegangen, dass die Zahl der
Fortzüge zum zweiten Mal in Folge abgenommen haben dürfte.

Bei den Zuzügen und bei den Fortzügen ist zu beachten, dass sich
keine Aussage darüber treffen lässt, ob es sich um einen
vorübergehenden oder einen dauerhaften Aufenthalt handelt.

Aus der Bilanzierung der Zu- und Fortzüge ergibt sich für 2010 ein
Wanderungsüberschuss von insgesamt 128 000 Personen. Seit der
Wiedervereinigung wurde in jedem Jahr mit Ausnahme der Jahre 2008 und
2009 ein Wanderungsüberschuss verzeichnet. Dieser lag allerdings nach
den hohen Zuwanderungsüberschüssen der 1990iger Jahre seit 2004 bei
weniger als 100 000 Personen jährlich. Der Wanderungssaldo 2010 ergab
sich aus einem Wanderungsüberschuss ausländischer Personen von rund
154 000 Personen (2009: 28 000 Personen) und einem
Abwanderungsverlust deutscher Bürgerinnen und Bürger von 26 000
Personen (2009: 40 000 Personen).

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Martin Conrad, Telefon: (0611) 75-2358, www.destatis.de/kontakt

Originaltext: Statistisches Bundesamt
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