Rückgang um 2 Prozent bei den Privatinsolvenzen im 1. Quartal 2011 (mit Bild)


Dienstag, 07.06.2011

Hamburg (ots) -

- Querverweis: Bildmaterial ist abrufbar unter
http://www.presseportal.de/meldung/2058324 -

Die Zahl der Privatinsolvenzen in Deutschland sinkt im ersten
Quartal 2011 leicht um 2 Prozent - auf 34.022 Fälle gegenüber dem
Vergleichszeitraum des Vorjahres. "Die Werte stabilisieren sich auf
hohem Niveau", resümiert Dr. Norbert Sellin, Geschäftsführer der
Hamburger Wirtschaftsauskunftei Bürgel. Allerdings muss man laut der
aktuellen Bürgel Studie "Schuldenbarometer 1. Quartal 2011" die Zahl
der Privatpleiten unabhängig vom konjunkturellen Aufschwung
betrachten. Im Hinblick auf die Kreditsituation der Verbraucher,
Arbeitslosenquote sowie einer steigenden Anzahl an Beschäftigten in
Niedriglohnbereichen erwartet Bürgel im laufenden Jahr zwischen
135.000 und 140.000 Privatinsolvenzen.

Bei der regionalen Verteilung konzentrieren sich die
Privatinsolvenzen im ersten Quartal 2011 insbesondere auf
Nordrhein-Westfalen mit 7.639 Fällen, Niedersachsen (4.420), Bayern
(3.751) und Baden-Württemberg (3.443). Bei den relativen Werten,
bezogen auf die Einwohnerzahlen, zeigt sich im Wesentlichen ein
Nord-Südgefälle: Bayern verzeichnet mit 30 Fällen je 100.000
Einwohner im Untersuchungszeitraum am wenigsten Privatinsolvenzen,
gefolgt von Baden-Württemberg (32) und Thüringen (35). Während der
Bundesdurchschnitt bei 42 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner
rangiert, meldet Schlusslicht Bremen weit abgeschlagen mehr als
doppelt so viele Fälle (87). Ebenfalls hohe Werte weisen Hamburg mit
58 Insolvenzen je 100.000 Einwohner, Niedersachsen und
Schleswig-Holstein (je 56) sowie das Saarland (53) auf.

Hamburg muss im ersten Quartal 2011 gegenüber dem Referenzzeitraum
des Vorjahres den bundesweit stärksten Zuwachs an Privatpleiten(plus
12,6 Prozent) verkraften. Aber auch in Thüringen (plus 8 Prozent),
Bremen (plus 5,1 Prozent) und in Schleswig-Holstein und
Nordrhein-Westfalen (je plus 3,3 Prozent) stiegen die Werte. Den
stärksten Rückgang kann hingegen Hessen mit 7 Prozent weniger Fällen
für sich verbuchen, gefolgt von Bayern (minus 6,9 Prozent) und
Baden-Württemberg (minus 6,8 Prozent).

Immer stärker von Überschuldung betroffen sind erstens die 18- bis
25-Jährigen, obwohl sie an der altersmäßigen Insolvenzstatistik den
geringsten Anteil von 6,5 Prozent halten. Zwar zeichnet sich bei den
Fallzahlen dieser jungen Erwachsenen im ersten Quartal 2011 gegenüber
dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ein Rückgang um 1,7 Prozent ab.
Aber im Vergleich zum Referenzquartal 2009 rutschen 66 Prozent mehr
dieser jungen Bürger in die Schuldenfalle.

Zweitens treffen Privatpleiten neuerdings immer mehr Menschen ab
60 Jahren. Laut Bürgel Untersuchung steigt der Anteil dieser
Altersgruppe an der Insolvenzstatistik erstmalig seit fünf Jahren
wieder an - um 6,4 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2010. Den
größten Anteil an der Statistik nach Altersgruppen stellt die Gruppe
der 46- bis 60-Jährigen mit 32,1 Prozent. Die 36- bis 45-Jährigen
haben einen Anteil von 30,1 Prozent. Die Quote bei den 26- bis
35-Jährigen rangiert bei 23,8 Prozent und die bei den
Über-60-Jährigen bei 7,5 Prozent.

58,3 Prozent aller Privatinsolvenzen verschulden Männer. Dieser
Trend zieht sich durch alle Altersgruppen: Bei den 36- bis
45-Jährigen sind es sogar 61,6 Prozent. Nur beim jüngsten Segment der
18- bis 25-Jährigen dominieren die Frauen - mit einem Anteil von 55,1
Prozent und allein erziehenden Frauen als größter
Risikogruppe. Der "weibliche" Anteil in diesem Alterssegment ist im
Vergleich der ersten Quartale 2011 und 2010 gestiegen: Im vergangenen
Jahr betrug die Quote niedrigere 52,8 Prozent.

Nach wie vor sind die Hauptursachen für Privatinsolvenz
Arbeitslosigkeit, dauerhaftes Niedrigeinkommen, gescheiterte
Selbstständigkeit, Trennung und Scheidung. Außerdem leisten mangelnde
Erfahrungen im Umgang mit Finanzen und Banken, unpassendes
Konsumverhalten und Einkommensrückgang einen essenziellen Beitrag
dazu, dass derzeit so viele Bürger von Überschuldung betroffen sind.
Gerade einkommensschwache Haushalte, die von Niedriglöhnen oder
Trans-ferleistungen leben, haben bei steigender Inflation kein
Einsparpotential.

Die kompletten Ergebnisse der Studie "Schuldenbarometer 1. Quartal
2011" und die Zahlen zu allen Kreisen und kreisfreien Städten finden
Sie auf unserer Homepage unter www.buergel.de .

Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG ist mit 60 Büros in
Deutschland eines der führenden Unternehmen für Wirtschafts- und
Bonitätsinformationen sowie Inkassodienstleistungen. Bürgel ist ein
Tochterunternehmen der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG (Allianz
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