Deutsche Wirtschaft im Jahr 2015 weiter im Aufschwung


Donnerstag, 14.01.2016

Wiesbaden (ots) -
Die konjunkturelle Lage in Deutschland war im Jahr 2015
gekennzeichnet durch ein solides und stetiges Wirtschaftswachstum.
Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war nach ersten
Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Jahresdurchschnitt 2015
um 1,7 % höher als im Vorjahr. Im vorangegangenen Jahr war das BIP in
ähnlicher Größenordnung gewachsen (+ 1,6 %), 2013 lediglich um 0,3 %.
Eine längerfristigere Betrachtung zeigt, dass das Wirtschaftswachstum
im Jahr 2015 wieder über dem Durchschnittswert der letzten zehn Jahre
von + 1,3 % lag.


Kalenderbereinigt errechnet sich eine etwas niedrigere
BIP-Wachstumsrate von + 1,5 %, da die Anzahl der verfügbaren
Arbeitstage im Jahr 2015 höher war als im Vorjahr.


Auf der Verwendungsseite des Bruttoinlandsprodukts war der Konsum im
Jahr 2015 wichtigster Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft: Die
privaten Konsumausgaben waren preisbereinigt um 1,9 %, die
Konsumausgaben des Staates sogar um 2,8 % höher als im Jahr zuvor.
Auch die Investitionen legten zu: Im Inland investierten Unternehmen
und Staat zusammen 3,6 % mehr in Ausrüstungen - das sind vor allem
Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge - als ein Jahr zuvor. Die
preisbereinigten Bauinvestitionen erzielten ebenfalls ein leichtes
Plus von 0,2 %. Der deutsche Außenhandel gewann im Jahr 2015 weiter
an Dynamik: Die preisbereinigten Exporte von Waren und
Dienstleistungen waren um 5,4 % höher als im Vorjahr. Die Importe
legten in ähnlicher Größenordnung zu (+ 5,7 %), sodass der
resultierende Außenbeitrag, also die Differenz zwischen Exporten und
Importen, einen vergleichsweise geringen Beitrag zum BIP-Wachstum
leistete (+ 0,2 Prozentpunkte).

Auf der Entstehungsseite des Bruttoinlandsprodukts trugen sowohl das
Produzierende Gewerbe ohne Baugewerbe als auch die
Dienstleistungsbereiche insgesamt zur wirtschaftlichen Belebung im
Jahr 2015 bei. Das Produzierende Gewerbe, das ohne das Baugewerbe gut
ein Viertel der gesamten Bruttowertschöpfung erwirtschaftet, konnte
spürbar um 2,2 % zulegen. Daneben entwickelten sich auch die
Dienstleistungsbereiche überwiegend positiv. Lediglich die Finanz-
und Versicherungsdienstleister lagen 2015 preisbereinigt mit - 1,0 %
im Minus. Daneben kam es im Baugewerbe im Jahr 2015 - trotz
überwiegend milder Witterung in den Wintermonaten - zu einem leichten
Rückgang der wirtschaftlichen Leistung von - 0,2 %, nachdem es im
Vorjahr einen kräftigen Anstieg gegeben hatte. Insgesamt stieg die
preisbereinigte Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche im Jahr
2015 gegenüber dem Vorjahr um 1,6 %.

Die Wirtschaftsleistung in Deutschland wurde im Jahresdurchschnitt
2015 erstmals von mehr als 43 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort
in Deutschland erbracht. Nach ersten vorläufigen Berechnungen waren
im Jahr 2015 rund 329 000 Personen oder 0,8 % mehr erwerbstätig als
ein Jahr zuvor. Damit setzte sich der seit zehn Jahren anhaltende
Aufwärtstrend fort. Die Arbeitsproduktivität, gemessen als
preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigenstunde, war
2015 um 0,5 % höher als im Vorjahr. Je Erwerbstätigen ist die
Arbeitsproduktivität etwas stärker gestiegen (+ 0,9 %).

Die Staatshaushalte waren im Jahr 2015 weiter auf
Konsolidierungskurs:

Der Staatssektor - dazu gehören Bund, Länder, Gemeinden und
Sozialversicherungen -beendete das Jahr nach vorläufigen Berechnungen
mit einem Finanzierungsüberschuss in Höhe von 16,4 Milliarden Euro.
Gemessen am Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen errechnet sich
für den Staat im Jahr 2015 eine Überschussquote von + 0,5 %. Damit
kann der Staat den neuesten Berechnungen zufolge das zweite Jahr in
Folge mit einem Überschuss abschließen.

Ausführlichere Informationen zu den Ergebnissen der
Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für das Jahr 2015 enthält das
Statement von Präsident Dieter Sarreither zur heutigen
Pressekonferenz sowie das zusätzliche Begleitmaterial
"Bruttoinlandsprodukt 2015 für Deutschland", das unter
www.destatis.de --> Presse & Service --> Presse --> Pressekonferenzen
verfügbar ist.

Am 12. Februar 2016 wird das Statistische Bundesamt erste Ergebnisse
der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für das vierte Quartal
2015 sowie die überarbeiteten Ergebnisse für das Jahr 2015
veröffentlichen (nur BIP). Detaillierte Ergebnisse folgen am 23.
Februar 2016.

Die zuletzt im November 2015 veröffentlichten Ergebnisse für die
Jahre 1991 bis 2014 wurden - wie immer zum jetzigen Zeitpunkt -
nicht überarbeitet.

Die vollständige Pressemitteilung (inklusive PDF-Version) mit
Tabellen sowie weitere Informationen und Funktionen sind im
Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes unter
http://www.destatis.de/presseaktuell zu finden.


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