Beteiligungsgeschäfte als Mittel zur Kapitalmehrung


Montag, 27.02.2017

Kapital ist der Motor eines Unternehmens und entsprechend vielfältig sind die Möglichkeiten, dieses Kapital zur Investition in wichtige Unternehmenszweige zu beschaffen. Neben den klassischen Bankkrediten gehören Kapitalbeteiligungen durch eine oder mehrere Geldgeber zu den häufigsten Arten, die Liquidität einer Unternehmung zu erhöhen. Analog dazu sind solche Beteiligungen auch für Gesellschaften oder Privatleute eine rentable Möglichkeit, in zukunftsträchtige Firmen zu investieren. Eine Win-Win-Situation also, die aber in der Realität nicht so einfach zu erzielen ist.

Wie funktioniert eine Beteiligung

Grundsätzlich ist eine Beteiligung an einem Unternehmen jede Art von Einlage an Kapital oder Sachmitteln, die einen gewissen Wert erreicht. Bei Aktiengesellschaften sind diese beispielsweise mehr als 1 % der Aktien. Im Mittelstand sind die Inhaber oft auch die Gesellschafter – etwa bei einer GmbH. Erreicht ein Unternehmen aber eine gewisse Größe und wächst oder aber benötigt eine kriselnde Firma dringend frisches Kapital, dann treten oft gewerbliche Kapitalgeber auf den Plan. Solche Beteiligungsgesellschafter erwerben dann Anteile des Unternehmens und investieren im Gegenzug Geld in den Betrieb, um die Liquidität zu erhöhen, Wachstum zu ermöglichen oder eine Krisensituation meistern zu können. Manchmal sind es auch Privatpersonen, die solche Beteiligungen initiieren, etwa als partiarische Darlehen.

Kapitalgeber als Chance für insolvente Unternehmen

Im Grunde ist die Verfügbarmachung von Kapital ein Grundpfeiler des Kapitalismus und in der Regel profitieren beide Seiten von so einem Arrangement. Das wird besonders deutlich, wenn es um Unternehmen geht, die in eine Krise geraten sind. Normalerweise wäre die Insolvenz die bittere Konsequenz, doch mit Hilfe von Kapitalgebern gibt es einen Ausweg, der vor allem für die Angestellten der weitaus bessere ist. Erst vor kurzem hat es beispielsweise eine Beteiligungsgesellschaft der Gruppe Otto Prange geschafft, einen bereits in der Insolvenz befindlichen Werkzeugbauer – Zimmermann Formenbau aus Gladenbach/Erdhausen – wieder wirtschaftlich zu machen. Dies ist ein klassisches Beispiel für eine Kapitalinvestition gegen Anteile am Unternehmen. Solche Transaktionen sind aber für Beteiligungsgesellschaften nur interessant solange das Risiko kalkulierbar bleibt, sprich der Betrieb Kunden und Aufträge hat und operativ tätig ist.

Kann man auch privat Beteiligungen erwerben?

Als Privatperson kann man natürlich ebenfalls Beteiligungen an Unternehmen erwerben, doch bietet es sich aus handelsrechtlichen und steuerlichen Gründen an, dies formal entweder mit einer Gesellschaft im Rücken oder im Rahmen eines direkten Kaufs von Anteilen und Aktien zu tun. Eine Liquiditätsspritze ist dabei meist mit konkreten Vorstellungen und Anforderungen verbunden. Manchmal möchte der Investor direktes Mitspracherecht am operativen oder strategischen Geschäft, manchmal bleibt der Geldgeber aber auch im Hintergrund und agiert als stiller Gesellschafter. In jedem Fall muss sich die Investition lohnen, was im Falle eines Wachstumssprungs durch das unterstützte Unternehmen nicht unwahrscheinlich ist. In vielen Fällen gibt der Geldgeber einen zeitlichen Rahmenplan vor und verfolgt eine Exit-Strategie, um die Anteile entweder wieder gewinnbringend zu verkaufen oder langfristig von den Unternehmensgewinnen zu profitieren.

Bemerkungen zur steuerlichen Behandlung

Beteiligungen an Unternehmen unterliegen einkommenssteuerrechtlich dem Teileinkünfteverfahren sowie als Einkünfte aus Kapitalvermögen der Abgeltungssteuer. Auch als Privatperson sind die Erträge aus so einer Beteiligung also mit Steuern belegt. Andererseits können aber auch bis zu 60% der Verluste gegengerechnet werden. Erträge aus Beteiligungen, die von einem Unternehmen generiert werden, unterliegen natürlich der Gewerbesteuer. Wer 95% oder mehr an einem Unternehmen hält, ist außerdem zur Entrichtung von Grunderwerbssteuer verpflichtet, wenn das Unternehmen Grundstücke hält. Spezielle Regelungen betreffen zudem die Beteiligung an ausländischen Unternehmen. Hier gilt bei jedweder Änderung immer auch eine Anzeigepflicht gegenüber den zuständigen Behörden.