Kommen für Anleger wieder bessere Zeiten?


Dienstag, 30.01.2018

Noch immer sind die Sparzinsen auf einem Tiefstand. Grund dafür sind die niedrigen Leitzinsen. Daher sind viele Anleger verunsichert, ob es sich überhaupt lohnt zu sparen. Lohnt es sich denn, Geld anzulegen? Wie sehen die Prognosen für 2018 aus? Es mehren sich die Anzeichen, dass die Zinsen für Anleger in diesem Jahr etwas attraktiver werden.

Welche Anzeichen sprechen für ein Ansteigen der Zinsen in 2018?

Die amerikanische Fed hat im Juni 2017 die Leitzinsen leicht erhöht. Dort lagen die Zinsen danach zwischen 1,00 und 1,25 Prozent, der aktuelle Zinssatz liegt laut Global Rates bei 1,5 Prozent. Weitere Erhöhungen sind für dieses Jahr angekündigt. Diese Signale aus den USA hatten bisher noch keinen Effekt auf die Zinspolitik der EZB. Der Leitzins liegt noch immer bei null Prozent. Für viele Verbraucher war die Zeit der günstigen Zinsen eine Möglichkeit, alte Schulden loszuwerden, beispielsweise auch durch einen neuen Ratenkredit mit extrem günstigen Zinsen von einer Marke der ABN AMRO Bank N.V.

Weitere Anzeichen für steigende Zinsen in Deutschland:
  • In Südeuropa hat sich die wirtschaftliche Lage weitgehend stabilisiert. Es gibt weniger Arbeitslose in Portugal und Spanien.
  • Die Rohölpreise steigen seit dem Tiefststand im Januar 2016 (unter 30 US-Dollar/Barrel) wieder (Stand Januar 2018: 69 US-Dollar/Barrel).
  • In der EU steigt die Inflationsrate. Sie lag in Deutschland im Februar 2017 bei 2,2 Prozent, im Dezember betrug sie dann nur noch 1,7 Prozent.

Geldanlagen – Festgeld und Tagesgeld oder Sparkonto

Bei den Tagesgeldzinsen gibt es nur vereinzelte Zinserhöhungen, was nicht ungewöhnlich ist. Die Festgeldzinsen spiegeln eher die längerfristigen Markterwartungen wider. So kam es bei Festgeld mit langen Laufzeiten von etwa fünf Jahren vereinzelt zu signifikanten Zinserhöhungen. Die Zinsen für Tagesgeld sind noch immer wenig attraktiv. Seit Ende 2015 gab es hier keinen positiven Trend mehr.

Festgeldzinsen

Für Festgeld mit langen Laufzeiten von zehn Jahren gab es im Jahr 2016 Aufwärtstendenzen. Danach ging es wieder abwärts. Allerdings haben deutsche Sparer die Möglichkeit, ihr Geld bei ausländischen Banken anzulegen. Dort gibt es teilweise gute Zinsen, die jedoch mit höheren Ausfallrisiken verbunden sind.

Was gegen einen Zinsanstieg spricht

Nicht alle Länder Südeuropas sind auf einem guten Kurs. In Italien gibt es derzeit noch immer Probleme mit faulen Krediten. UniCredit und andere wichtige Banken in Italien machen Verluste in Milliardenhöhe. Daher ist der italienische EZB-Chef Draghi bestrebt, weiterhin billiges Geld für diese Banken zur Verfügung zu stellen. Die derzeit steigende Inflation ist ein Indikator dafür, dass die Zinsen bald steigen können. Stellt sich allerdings heraus, dass die Inflationsrate in erster Linie von den steigenden Energiepreisen herrührt, bleibt eine Zinserhöhung mit großer Wahrscheinlichkeit aus.

Die EZB hält zurzeit einige Banken in Südeuropa nur durch frisches Geld und den Kauf von Staatsanleihen am Leben. Kommt es zu einer Zinserhöhung, können diese Banken und letztendlich ganze Staaten Pleite gehen. Außerdem fürchten Finanzexperten negative Auswirkungen für den Aktienmarkt, der im Fall eines Zinsanstiegs immer an Performance verliert. Derzeit entwickelt sich die Wirtschaft in Europa solide. Sollte die Wirtschaft wieder stagnieren, hat die EZB durch die Null-Zins-Politik im Moment keine Mittel mehr, zinspolitisch einzugreifen.

Was sagen Experten dazu?

Experten erwarten für spätestens Ende 2018 Veränderungen in der Zinspolitik der EZB, wie Wallstreet online zu entnehmen ist. Bis Ende 2017 hat die EZB monatlich Anleihen im Wert von 60 Milliarden Euro gekauft. Aus dieser expansiven Geldpolitik will sie nun aussteigen und reduziert die Käufe im ersten Schritt Anfang 2018 auf 30 Milliarden. Bis Ende 2018 sollen die Käufe stoppen, was einen Anstieg der Leitzinsen zur Folge haben kann.