Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Gesundheitsbeschwerden


Mittwoch, 28.02.2018

Immer wieder kann man von schlimmen Arbeitsunfällen lesen und im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres ist die Zahl der arbeitsbedingten Arbeitsunfälle noch einmal drastisch angestiegen. Die Zahlen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen sind erschreckend, denn immer häufiger verletzen sich Menschen bei der Arbeit oder ihre Gesundheit leidet unter dem Job. 223 Menschen verloren bei Arbeitsunfällen ihr Leben, im Vergleich dazu, im gleichen Zeitraum des Jahres 2016 waren es nur 198 Todesopfer.

Was genau ist ein Arbeitsunfall?

Arbeitsunfälle passieren in sehr vielen Bereichen des täglichen Lebens. Je nach Branche ist das Risiko bzw. die Schwere unterschiedlich, was allein ersichtlich wird aus den vielfältig Angebot an notwendigen Sicherheitsbekleidungen. In der Baubranche sind Sicherheitsschuhe Pflicht oder im Medizin- und Chemiebereich Kittel. Zu den Arbeitsunfällen gehören aber nicht nur die Unfälle, die direkt am Arbeitsplatz passieren. Auch wenn in der Schule oder einer Kita etwas passiert, wenn es zu einem Unfall bei der Ausübung eines Ehrenamtes oder bei der Pflege eines Angehörigen im eigenen Haus kommt, dann fällt das unter die Rubrik Arbeitsunfall. Zu den Arbeitsunfällen gehören auch sogenannte Wegeunfälle. Das heißt, wer auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Weg nach Hause einen Unfall hat, der ist über die gesetzliche Unfallversicherung versichert.

Wer ist für einen Arbeitsunfall zuständig?

Es kommt immer darauf an, wo derjenige, der einen Unfall hatte, beschäftigt ist. Handelt es sich um einen Angestellten aus einem privaten Wirtschaftsunternehmen, dann ist die gewerbliche Berufsgenossenschaft zuständig. Ist der verunglückte Arbeitnehmer in der Land- oder Forstwirtschaft beschäftigt, dann sind er, seine Familie und auch seine Angestellten bei der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft versichert. Allem die im öffentlichen Dienst tätig sind, werden von den entsprechenden Unfallversicherungsträgern versichert. Dazu gehören unter anderem die Beschäftigten von Bund und Ländern und Gemeinden, die Angestellten in Kindergärten, Schulen und Universitäten.

Welche Leistungen gibt es bei einem Arbeitsunfall?

Arbeitnehmer, die einen Unfall bei der Arbeit oder auf dem Weg dort hin erleiden, haben einen gesetzlichen Anspruch auf eine Reihe von Leistungen aus der Unfallversicherung. Dazu gehören unter anderem ärztliche Leistungen, Verletztengeld während der Zeit der Arbeitsunfähigkeit, eine Umschulung, wenn ein Weiterarbeiten im alten Beruf nicht mehr möglich ist, einen behindertengerechten Umbau des Arbeitsplatzes oder eine Unfallrente, wenn die gesundheitlichen Schäden dauerhaft sein sollten. Zu den Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung gehört auch eine Rente für die Hinterbliebenen im Todesfall. Was die Unfallversicherung allerdings nicht ersetzt, das sind Sachschäden. Eine Ausnahme bilden hier jedoch Schäden, die bei Erste-Hilfe-Leistungen entstehen, oder bei Hilfsmitteln, wie zum Beispiel einer Brille, die beim Unfall zu Schaden gekommen ist.

Was passiert nach einem Arbeitsunfall?

Kommt es zu einem Unfall, dann muss der Patient zunächst zu einem Durchgangsarzt, der sich auf die Behandlung von Unfallopfern spezialisiert hat. Der Durchgangsarzt entscheidet dann über die weitere Behandlung des Patienten. Bei leichten Verletzungen reicht meist ein Besuch beim Hausarzt, bei schweren Verletzungen ist die Verlegung in eine Klinik notwendig. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Tage, dann ist der Arbeitgeber verpflichtet, die zuständige Berufsgenossenschaft oder die Unfallkasse zu benachrichtigen. Schließlich prüft der zuständige Unfallversicherungsträger, ob alle Voraussetzungen für einen Arbeitsunfall erfüllt wurden und er prüft die gesundheitlichen Schäden durch ein Sachverständigengutachten.

Immer mehr gesundheitliche Belastungen am Arbeitsplatz

Immer mehr Menschen werden durch ihre Arbeit krank. Probleme mit dem Rücken gehören ebenso zu den Krankheiten am Arbeitsplatz wie auch Herz- und Kreislauferkrankungen. Stark zugenommen haben außerdem die psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angstzustände oder ein Burn-out. Der größte Fehler, den viele Arbeitnehmer machen, ist zu lange zu warten, bevor ein Arzt aufgesucht wird. Vor allem bei psychischen Krankheiten fällt es vielen Menschen schwer, sich einem Arzt zu offenbaren und aufgrund dieser Erkrankungen krankgeschrieben zu werden. Es ist sehr wichtig, sofort zu reagieren, wenn sich die gesundheitlichen Probleme häufen. Es gehört Mut dazu, etwas zu ändern, aber wenn die Arbeit keinen Spaß mehr macht, sondern der Grund für die gesundheitlichen Schwierigkeiten ist, dann wird es Zeit, etwas zu ändern.